2021

November 19th 2021, DPZ online
Gentherapie gegen Taubheit

Kooperationsprojekt erhält eine Million Euro von der Leibniz-Gemeinschaft

Eines von 500 Kindern wird mit einem Hörschaden geboren, in 50 bis 70 Prozent der Fälle ist ein Gendefekt die Ursache. Das Deutsche Primatenzentrum – Leibniz-Institut für Primatenforschung, die Universitätsmedizin Göttingen und das Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin wollen in einem gemeinsamen Forschungsprojekt eine Gentherapie etablieren, mit der erblich bedingte Gehörlosigkeit behandelt werden kann. Die Methode soll an Weißbüschelaffen entwickelt und dann auf menschliche Patienten übertragen werden. Die Leibniz-Gemeinschaft hat jetzt die Förderung über rund eine Million Euro zugesagt.

„Eine große Herausforderung ist dabei, geeignete adenoassoziierte Viren zu finden, die spezifisch und langanhaltend Haarzellen im Innenohr genetisch verändern.“ sagt Kathrin Kusch, die sich am Deutschen Primatenzentrum auf AAVs spezialisiert hat. Dass diese Methode prinzipiell funktioniert, wurde unter anderem von Tobias Mosers Team bereits an Mäusen gezeigt. Allerdings ist noch unklar, wie lange der Effekt anhält und welche Dosis an Viren in größeren Tiermodellen eingesetzt werden muss. „Diese Fragen müssen wir beantworten, bevor die Therapie klinisch geprüft werden kann“, sagt Tobias Moser.

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June 25th 2021, UMG Pressemitteilung 81/2021
Forschung, Bauen, COVID-19: Ministerpräsident Stephan Weil besucht UMG.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil besuchte die Universitätsmedizin Göttingen und informierte sich über die Neubauten an der UMG, Spitzenforschung und zur Einschätzung der Corona-Situation an UMG und für Niedersachsen. Austausch mit Vertretern der Medizinstudierenden an der UMG

Bei seinem rund eineinhalbstündigen Besuch informierte sich Weil über die Bauvorhaben an der UMG, wie dem neuen Forschungsgebäude Heart and Brain, dem Intensivmedizin Modulgebäude und dem Neubauvorhaben.

Anschließend stellte die UMG Beispiele für ihre Spitzenforschung von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung bei den Patient*innen vor.

Prof. Dr. Tobias Moser, Direktor des Instituts für Auditorische Neurowissenschaften und Sprecher des von der UMG geführten Exzellenzclusters MBExC (Multiscale Bioimagine Cluster of Ecxcellence), erläuterte den Stand in der Hörforschung zum „Hören mit Licht“. „In der Hörforschung für ein optogenetisches Cochlea-Implantat sind wir bei der Forschung an der UMG Pioniere und weltweit führend“, sagte Prof. Moser.

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April 27th 2021, DPZ Press Release
Besser hören mit optischen Cochlea-Implantaten

Bildgebende Verfahren ermöglichen entscheidenden Schritt zur Entwicklung neuartiger Hörprothesen

Gesprochene Worte verstehen, eine normale Sprache entwickeln -Cochlea-Implantate ermöglichen Menschen mit hochgradigem Hörverlust einen großen Gewinn an Lebensqualität.

Problematisch sind jedoch Hintergrundgeräusche, sie beeinträchtigen das Sprachverständnis von Menschen mit Cochlea-Implantat erheblich. Das Team um Tobias Moser vom Institut für Auditorische Neurowissenschaften und InnenOhrLabor der Universitätsmedizin Göttingen und von der Forschungsgruppe Auditorische Neurowissenschaften und Optogenetik am Deutschen Primatenzentrum – Leibniz-Institut für Primatenforschung (DPZ) arbeitet deshalb daran, Cochlea-Implantate zu verbessern. Die Forschenden wollen die Nervenzellen im Ohr mittels gentechnischer Methoden lichtempfindlich machen, um sie dann mit Licht, statt wie bisher mit Strom anzuregen.

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March 12th 2021 , UMG Pressemitteilung 35/2021
Hohe Exzellenz: Göttingen als Partnerstandort im „Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ)“ ausgewählt. UMG koordiniert.

Großer Erfolg für die Universitätsmedizin Göttingen (UMG): Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die UMG als Standortkoordinatorin für neues Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ) in Göttingen ausgewählt. UMG koordiniert mit weiteren sechs Standorten in Berlin, Greifswald, Hamburg, Leipzig, München und Ulm die Konzeptentwicklung für das DZKJ.

(umg)... Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ) – Standort Göttingen Göttingen hat es geschafft und den Zuschlag für die Einrichtung als ein Standort im „Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ)“ erhalten. Prof. Dr. Jutta Gärtner, Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der UMG, ist Standortkoordinatorin. Beteiligt sind die Universitätsmedizin Göttingen (UMG), die Georg-August-Universität Göttingen, die Max-Planck-Institute für Biophysikalische Chemie und für Experimentelle Medizin, das Deutsche Primatenzentrum Leibniz-Institut für Primatenforschung und das Fraunhofer Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie. Das neue Deutsche Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ) ist eingebunden in die international ausgewiesene Forschung in den Neurowissenschaften am Campus Göttingen (SFB889, SFB1190, SFB1002, SPP2205, MBExC, SPP1738, SFB860, TRR274, SFB1286, Heart&Brain Center, DZNE). „Die Auswahl zum Partnerstandort im DKKJ spricht für die ausgezeichnete Expertise, die sich Göttingen auf dem Gebiet der neurowissenschaftlichen Forschung im Bereich der Kinder- und Jugendmedizin erworben hat. Mit unseren Partnereinrichtungen arbeiten wir seit Jahren mit hoher Kompetenz in der Grundlagenforschung bis zur Entwicklung neuer diagnostischer Möglichkeiten und Therapien für Kinder und Jugendliche mit Erkrankungen des Gehirns und Nervensystems. Dies hat offenbar überzeugt und zum Erfolg geführt“, sagt Prof. Jutta Gärtner.

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February 5th 2021, UMG Pressemitteilung 19/2021
Prämierte Promotion in der neurowissenschaftlichen Hörforschung

Promotionspreis 2021 der Studienstiftung des deutschen Volkes geht an den Neurowissenschaftler Alexander Dieter. Nachwuchswissenschaftler erhält 5.000 Euro für seine mit Bestnote abgeschlossene Arbeit.

(umg) Dr. Alexander Dieter, Nachwuchswissenschaftler in den Neurowissenschaften, ist von der Studienstiftung des deutschen Volkes mit einem von zwei zu vergebenden Promotionspreisen 2021 ausgezeichnet worden. Er erhielt den Preis für seine Doktorarbeit, die er am Institut für Auditorische Neurowissenschaften der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) unter Leitung von Prof. Dr. Tobias Moser verfasst hat. Die Jury des „Friedrich Hirzebruch-Promotionspreises für Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften“ prämierte Alexander Dieters Erforschung neuer neurowissenschaftlicher Verfahren, die mit der optischen Stimulation des Hörnervs die Qualität von Hörimplantaten signifikant verbessern sollen. Der Preis der Studienstiftung ist mit 5.000 Euro dotiert.

Für Dr. Alexander Dieter ist es bereits die zweite Auszeichnung für seine Doktorarbeit zum Thema „Towards Optical Cochlear Implants: Behavioral and Physiological Responses to Optogenetic Activation of the Auditory Nerve”. Im Mai 2020 erhielt er für seine Promotion den „Otto Creutzfeldt PhD Award“ für herausragende Dissertationen auf dem Gebiet der Neurowissenschaften in Göttingen. Diese Auszeichnung wird seit 2007 in Erinnerung an den Neurowissenschaftler Otto Detlev Creutzfeldt (1927-1992) an exzellente Absolventinnen und Absolventen des Göttinger Studiengangs Neurowissenschaften verliehen.

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February 5th 2021 , UMG Pressemitteilung 18/2021
Von leise bis laut: Synaptische Vielfalt erweitert den Bereich hörbarer Töne

Hören entsteht, wenn Haarsinneszellen im Innenohr Schall in neuronale Signale umwandeln, die an das Gehirn übertragen werden. Die Haarsinneszellen verfügen über etwa ein Dutzend Kommunikationspunkte mit den Hörnervenfasern, die sogenannten Synapsen. Wissenschaftler am Institut für Auditorische Neurowissenschaften der Universitätsmedizin Göttingen entdeckten nun, dass die Synapsen einer einzelnen Haarsinneszelle Schallinformationen unterschiedlich verarbeiten. Diese Vielfalt trägt zur neuronalen Verarbeitung eines breiten Lautstärkebereichs bei. Publiziert in The EMBO Journal.

(mbexc/umg) Das Hören ist einer unserer wichtigsten Sinne. Tatsächlich sind Hörstörungen sehr häufig: Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden etwa 466 Millionen Menschen (fünf Prozent der Weltbevölkerung) unter einer versorgungsbedürftigen Schwerhörigkeit. Die elementaren Prozesse des Hörens zu verstehen, ist eine wichtige Voraussetzung, um zukünftig bessere Methoden zur Behandlung von Schwerhörigkeit zu entwickeln. Zum Beispiel muss noch geklärt werden, wie unsere Ohren die Verarbeitung der unterschiedlichsten Lautstärken bewältigen, wie das Rascheln von Blättern in einer sanften Brise und die laute Musik in einem Rockkonzert. Hörgeräten und Cochlea-Implantaten gelingt es bislang nur sehr begrenzt, Schwerhörigen diesen breiten Lautstärkebereich zugänglich zu machen.

Dr. Özge Demet Özçete und Prof. Dr. Tobias Moser, beide Wissenschaftler*innen am Institut für Auditorische Neurowissenschaften der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), konzentrierten sich auf den ersten Kommunikationspunkt zwischen den Haarsinneszellen und Nervenfasern, die Synapsen, um diese Frage zu untersuchen. Sie fanden heraus, dass die etwa fünfzehn Synapsen einer inneren Haarzelle unterschiedliche Empfindlichkeits- und Antworteigenschaften haben. Für ihre Untersuchungen setzen sie auf ein neuartiges simultanes Bildgebungsverfahren, mit dem sich ein- und ausgehende Signale an einzelnen Synapsen zeitgleich beobachten lassen.

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January 25th 2021, Studienstifung des deutschen Volkes, Pressemitteilung online
Studienstiftung vergibt Promotionspreise 2021

Arbeiten aus den Neuro- und Rechtswissenschaften ausgezeichnet

Die Jury des Friedrich Hirzebruch-Preises für Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften prämiert Alexander Dieters Erforschung neuer neurowissenschaftlicher Verfahren, die mit der optischen Stimulation des Hörnervs die Qualität von Hörimplantaten signifikant verbessern sollen.

Dr. Alexander Dieter wird für seine Dissertation „Towards Optical Cochlear Implants: Behavioral and Physiological Responses to Optogenetic Activation of the Auditory Nerve” im Fach Neurowissenschaften an der Georg-August-Universität Göttingen mit dem Friedrich Hirzebruch-Promotionspreis 2021 ausgezeichnet.

Die Arbeit hat zum Ziel, Menschen mit schwerem Hörverlust wieder ein gutes Hören zu ermöglichen. Heute gelingt dies mit sogenannten Cochlea-Implantaten, die auf elektronischen Reizen basieren, aber eine Reihe von Nachteilen aufweisen. Hier legt Dieters Forschung den Grundstein für Implantate, die mittels einer optischen Stimulation des Hörnervs eine entscheidende Verbesserung erzielen. Mit diesem auf Licht basierenden Verfahren werden die verschiedenen Hörfrequenzen präziser adressiert, wodurch der Nutzer im Vergleich zu klassischen Implantaten ein verbessertes Hörerlebnis erfahren soll. Dazu müssen die Hörnerven in der Cochlea so „umprogrammiert“ werden, dass sie auf optische Reize reagieren, und eine Reihe von Mikro-LEDs im sehr kleinen Cochlea-Organ hochpräzise positioniert werden. Die Jury zeigte sich von Alexander Dieters Ergebnissen beeindruckt: Ihm sei es gelungen, mit 16 optischen Kanälen einen akustischen Reiz mit hoher Frequenzauflösung zu erzeugen und so neue Möglichkeiten der Hörrehabilitation zu eröffnen. In ihrer Begründung der Preisvergabe hob die Jury zudem das breite Methodenspektrum der Arbeit hervor, das von den biochemischen Grundlagen des viralen Transfers bis hin zur Ansteuerung von Mikro-LEDs reiche.

Alexander Dieter studierte Biologie an der Goethe-Universität Frankfurt/Main, der University of Helsinki, Finnland, sowie der International Max Planck Research School for Neuroscience in Göttingen. Nach seinem Masterabschluss begann er, gefördert durch die Studienstiftung, 2015 seine Doktorarbeit am Institut für Auditorische Neurowissenschaften an der Universitätsmedizin Göttingen. Seit 2020 arbeitet Alexander Dieter als Postdoktorand am Zentrum für Molekulare Neurobiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

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2020

November 18th 2020, UMG Pressemitteilung 133/2020
Hochdotierter Wissenschaftspreis der Fondation Pour l’Audition für Göttinger Hörforscher

Prof. Dr. Tobias Moser erhält hohe Auszeichnung von französischer Fondation Pour l’Audition (FPA): „Großer Wissenschaftspreis 2020“ würdigt seine Pionierarbeiten auf dem Weg zum optischen Cochlea-Implantat für die Behandlung von Hörverlust. Der Preis ist mit 100.000 Euro dotiert.

(umg/mbexc) Prof. Dr. Tobias Moser, Direktor des Instituts für Auditorische Neurowissenschaften der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), ist für seine revolutionären Beiträge in der Hörforschung mit dem „Großen Wissenschaftspreis 2020“ der französischen Fondation Pour l’Audition (FPA) ausgezeichnet worden. Die FPA würdigt damit seine Pionierarbeiten bei der Entwicklung des optischen Cochlea-Implantats, das hunderttausenden schwerhörigen und tauben Menschen weltweit die Hoffnung auf ein deutlich verbessertes Hörempfinden gibt. Der „Große Wissenschaftspreis“ der Fondation Pour l’Audition ist mit 100.000 Euro dotiert und wurde am Mittwoch, dem 18. November 2020, im Rahmen einer virtuellen Feierstunde verliehen.

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July 22nd 2020, Newscientist online
Hearing restored in rats by modifying ear cells to respond to light

Cochlear implants that restore hearing could be improved by genetically modifying the nerve cells in people’s ears so that they respond to light instead of electricity, a study in rats has shown.

“This is so much better than what we currently have with electrical implants,” says Tobias Moser at the University Medical Center Göttingen in Germany...

Moser’s team has previous shown that the concept works by using a single optical fibre to stimulate the cochlea in deaf animals that have modified auditory nerve cells. Now the researchers have tested an implant with 10 LED chips in rats.

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July 22nd 2020, UMG Pressemitteilung 088 / 2020
Auf dem Weg zum optischen Cochlea-Implantat

Interdisziplinäres Team von Wissenschaftler*innen der Universitätsmedizin Göttingen und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg erzeugt mittels Leuchtdioden-basierter optischer Cochlea-Implantate erstmals lichtgesteuertes Verhalten in tauben Nagetieren. Veröffentlichung in Science Translational Medicine.

(umg/mbexc) Das Innenohr- oder Cochlea-Implantat (CI) ermöglicht über 700.000 hochgradig schwerhörigen und tauben Menschen weltweit wieder zu hören. Dabei wird der Hörnerv bisher durch elektrische Impulse stimuliert. Die Qualität dieses künstlichen Hörens unterscheidet sich stark von natürlichem Hören. Durch die ausgedehnte Stromausbreitung in der Gehörschnecke werden statt weniger Nervenzellen große Nervenzellgruppen aktiviert – vergleichbar mit dem Spielen eines Klaviers mit Boxhandschuhen statt mit einzelnen Fingern. CI-Träger*innen können zwar in 1:1-Gesprächen kommunizieren, sind aber bei Umgebungsgeräuschen und mehreren Sprechern häufig auf Lippenlesen angewiesen. Auch der Musikgenuss ist eingeschränkt. Eine grundlegende Verbesserung verspricht die zielgenaue Anregung des Hörnervs mit Licht.

Nach 12 Jahren Forschung zu grundlegenden Fragen zum Hören mit Licht ist die Hörforschung am Göttingen Campus um Prof. Dr. Tobias Moser, Direktor des Instituts für Auditorische Neurowissenschaften der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), auf dem Weg zur Entwicklung eines optischen Cochlea-Implantats in Richtung klinische Anwendbarkeit.

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July 3rd 2020, UMG Pressemitteilung 079/2020
Lichtorgel im Ohr: Erstmals Einsatz von vielkanaligen Cochlea-Implantaten mit Mikro-Leuchtdioden

Meilenstein in der Hörforschung: Forscher*innen der Universitätsmedizin Göttingen sowie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg kombinieren erstmals die Gentherapie in der Hörschnecke mit optischen Cochlea-Implantaten zur optogenetischen Anregung der Hörbahn in Wüstenrennmäusen. Veröffentlicht in EMBO Molecular Medicine.

(mbexc/umg) Herkömmliche Hörprothesen, sog. Cochlea-Implantate (CI), regen den Hörnerv hochgradig schwerhöriger oder tauber Menschen mittels elektrischen Stroms an. Die Qualität dieses künstlichen Hörens ist jedoch weit entfernt von der Qualität natürlichen Hörens. Dies zeigt sich vor allem an einem schlechten Sprachverständnis in Umgebungen mit Hintergrundgeräuschen. Auch die Musikwahrnehmung ist deutlich eingeschränkt. Eine grundlegende Verbesserung des Hörens mit einem Cochlea-Implantat könnte in Zukunft erreicht werden, wenn es gelingt, den Hörnerv zielgenau mit Licht zu reizen. Da sich Licht – im Vergleich zu elektrischem Strom – besser räumlich eingrenzen lässt, würde es eine präzisere Anregung des Hörnervs ermöglichen.

Auf dem Weg zur Entwicklung eines optischen Cochlea-Implantats sind jetzt Göttinger Hörforscher um Prof. Dr. Tobias Moser gemeinsam mit einem von Dr. Patrick Ruther geleiteten Team von Ingenieuren des Instituts für Mikrosystem­technik (IMTEK) der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg einen großen Schritt vorangekommen. Da der Hörnerv natürlicherweise nicht auf Licht reagiert, muss er durch gentherapeutische Eingriffe zunächst lichtempfindlich gemacht werden. An einem am Institut für Auditorische Neurowissenschaften sowie am Exzellenzcluster Multiscale Bioimaging: Von molekularen Maschinen zu Netzwerken erregbarer Zellen (MBExC) der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) entwickelten Tiermodell für menschliche Schwerhörigkeit mit gentechnisch verändertem, lichtsensitivem Hörnerv ließ sich nun ein an der Universität Freiburg entwickeltes neuartiges Cochlea-Implantat für das Hören mit Licht erstmals erproben. Die Ergebnisse zeigen: Optische CIs basierend auf Mikro-Leuchtdioden (µLED) regen den gentechnisch veränderten Hörnerv mittels Licht mit großer Präzision an. Veröffentlicht wurden die Forschungsergebnisse am 29. Juni 2020 in der renommierten Fachzeitschrift „EMBO Molecular Medicine“.

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June 25th 2020, UMG Pressemitteilung Nr. 075 / 2020
"Gemeinsam sind wir stark!“ Gekoppelte Haarsinneszellen im Innenohr

Beim Hören empfangen die Haarsinneszellen in der Hörschnecke des Innenohrs Schallsignale bestimmter Tonhöhe und wandeln diese zur Weiterleitung in das Gehirn um. Erstmals zeigen Wissenschaftler*innen des Göttingen Campus, des Exzellenzclusters „Multiscale Bioimaging“ und des University College London: Haarsinneszellen gehen untereinander Verbindungen ein und erhöhen so vermutlich die Empfindlichkeit des Hörsinns für leisen Schall und die Zuverlässigkeit der Signalübertragung. Veröffentlicht in Nature Communications....

Bisher nahm die Hörforschung an, dass die Sinneszellen der Hörschnecke, die inneren Haarzellen, elektrisch strikt voneinander getrennt sind und auf diese Weise eine maximale Auflösung der Tonhöhen erreicht wird. Einem Team von Wissenschaftler*innen vom Institut für Auditorische Neurowissenschaften und der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) sowie des Göttinger Max-Planck-Instituts für Experimentelle Medizin, des Göttingen Campus Institut für Dynamik biologischer Netzwerke und des University College London gelang nun in einem multidisziplinären Ansatz der Nachweis, dass diese Annahme in der Hörschnecke erwachsener Nagetiere nicht immer stimmt. Vielmehr verbinden sich dort offenbar in 30 Prozent der Fälle Zellen zu einer elektrischen und chemischen Einheit mit durchschnittlich drei inneren Haarzellen, können gemeinsam angeregt werden und das akustische Signal weiterleiten. Die Forschungserkenntnisse wurden im Rahmen des Sonderforschungsbereich 889 „Zelluläre Mechanismen der Sensorischen Verarbeitung“ sowie des Exzellenzclusters „Multiscale Bioimaging“ gewonnen und in der renommierten Fachzeitschrift „Nature Communications“ publiziert.

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May 28th 2020, UMG Pressemitteilung 063 / 2020
Doktorandenpreis für Göttinger Nachwuchswissenschaftler

Absolvent*innen des MSc/PhD Studiengangs und der International Max Planck Research School for Neurosciences erhalten „Otto Creutzfeldt PhD Award“ für herausragende Promotionsarbeiten.

(umg) Die beiden Göttinger Neurowissenschaftler*innen Dr. Lina María Jaime Tobón und Dr. Alexander Dieter sind für ihre herausragenden Dissertationen auf dem Gebiet der Neurowissenschaften mit dem „Otto Creutzfeldt PhD Award“ ausgezeichnet worden. Lina Jaime Tobón erhielt den Preis für ihre Arbeit zum Thema „Molecular physiology of sound encoding“. Sie hat ihre Dissertation bei Prof. Dr. Tobias Moser am Institut für Auditorische Neurowissenschaften an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) verfasst. Alexander Dieter hat ebenfalls in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Tobias Moser am Institut für Auditorische Neurowissenschaften an der UMG promoviert. Er wurde für seine Arbeit zum Thema „Towards Optical Cochlear Implants: Behavioral and Physiological Responses to Optogenetic Activation of the Auditory Nerve“ ausgezeichnet.

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2019

December 6th 2019, UMG Pressemitteilung 161 / 2019
Ausgezeichnet: Licht-Stimulation genetisch modifizierter Zellen fördert Hörfähigkeit

Ausgründung aus der Universitätsmedizin Göttingen gewinnt Platz 3 beim Durchstarter-Preis 2019

(umg) Das 2019 von Wissenschaftlern der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und TU Chemnitz gegründete Start-up OptoGenTech GmbH hat beim niedersächsischen Gründungswettbewerb „Durchstarter“ in der Kategorie Science Spin-Off den dritten Platz gewonnen. Die Ausgründung aus der UMG überzeugte die Jury mit ihrer Entwicklung eines optischen Cochlea-Implantats, das die Hörfähigkeit durch die Licht-Stimulation genetisch modifizierter Zellen in der Hörschnecke besser als in bisherigen Cochlea-Implantaten wiederherstellen soll.

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November 15th 2019, UMG Pressemitteilung 143 / 2019
Prof. Tobias Moser erhält traditionsreichen Guyot Preis für Otologie 2019

Universität Groningen zeichnet Hörforscher der Universitätsmedizin Göttingen für seine hervorragende Arbeit mit ihrem ältesten Wissenschaftspreis für Ohrenheilkunde aus.

Prof. Dr. Tobias Moser, Direktor des Instituts für Auditorische Neurowissenschaften an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), ist von der Universität Groningen in den Niederlanden für seinen wissenschaftlichen Beitrag zum Verständnis der Synapsen im Innenohr und zur Entwicklung eines optogenetischen Cochlea-Implantats ausgezeichnet worden. Die Universität Groningen ehrt Prof. Moser mit ihrem ältesten wissenschaftlichen Preis, dem Guyot Preis. Die Verleihung fand am 29. Oktober 2019 im Rahmen eines feierlichen Symposiums zum Thema „Fortschritte in der biologischen Otologie" in Groningen statt.

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April 29th, 2019, UMG Pressemitteilung
Hearing the light: how artificial hearing could become more natural

Researchers at the University Medical Center Göttingen (UMG) and the German Primate Center – Leibniz Institute for Primate Research (DPZ) are demonstrating improved frequency resolution of artificial hearing using optical stimulation of the inner ear. Publication in Nature Communications.

(umg/DPZ) In a recently published study, scientists led by Prof. Tobias Moser, head of the Institute for Auditory Neuroscience at the University Medical Center Göttingen (UMG) and the Auditory Neuroscience and Optogenetics research group at the German Primate Center – Leibniz Institute for Primate Research (DPZ), have characterized the spectral resolution of natural and artificial hearing. In Mongolian gerbils, they compared optogenetic excitation of the auditory nerve – a technique which was recently developed in Göttingen – with acoustic hearing and with clinically used electrical stimulation of the auditory nerve. To stimulate the auditory nerve optically, light-sensitive ion channels were introduced into the nerve cells of the inner ear using viral gene transfer. By studying neuronal activity in the midbrain, the spectral resolution of acoustic, optical and electrical hearing was compared. The results demonstrate that the artificial excitation of the auditory pathway by light allows a much higher spectral resolution than the excitation by electric current. At low levels of activity in the midbrain, the spectral resolution was even as good as that of acoustic hearing. These results spur hope that future optical cochlear implants will improve the ability of hearing impaired to hear more naturally, improve speech understanding in noise and music perception.

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April 29th, 2019, UMG Pressemitteilung
Wie künstliches Hören durch Licht natürlicher werden könnte

Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und des Deutschen Primatenzentrums – Leibniz-Institut für Primatenforschung (DPZ) zeigen verbesserte Frequenzauflösung künstlichen Hörens durch optische Stimulation des Innenohrs. Veröffentlichung in Nature Communications.

Musik genießen, Melodien erkennen oder das Zuhören in einer Umgebung mit vielen Hintergrundgeräuschen – das ist immer noch schwierig für Menschen, die beim Hören auf Hörprothesen, so genannte Cochlea-Implantate, angewiesen sind. Göttinger Hörforscher konnten jetzt nachweisen, dass sich die Qualität des künstlichen Hörens maßgeblich verbessern ließe, wenn die Hörbahn mittels Licht statt mit elektrischem Strom stimuliert wird.
Wissenschaftler um Prof. Dr. Tobias Moser, Direktor des Institutes für Auditorische Neurowissenschaften an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) sowie Leiter der Forschungsgruppe Auditorische Neurowissenschaften und Optogenetik am Deutschen Primatenzentrum – Leibniz-Institut für Primatenforschung(DPZ), haben in einer kürzlich veröffentlichten Studie das Auflösungsvermögen für Tonhöhen beim natürlichen sowie künstlichen Hören gemessen und bestimmt. Dabei verglichen sie die in Göttingen entwickelte Anregung des Hörnervs mittels Licht (optogenetische Anregung) mit natürlichem Hören und dem Hören mit Hilfe des etablierten elektrischen Cochlea-Implantats im Tiermodell. Über die Untersuchung der Nervenaktivität im Mittelhirn gewannen die Wissenschaftler vergleichbare Daten über das Auflösungsvermögen für Tonhöhen (Frequenz) bei akustischem, optischem und elektrischem Hören.

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April 25th, 2019, UMG Pressemitteilung
Was Musik-Machen mit Musik-Hören zu tun hat

Händel-Talk meets Kultur im Klinikum zu einem ganz besonderen Kooperationsprojekt.
- Gemeinsame Presseinformation mit Internationale Händel Festspiele Göttingen -
Im dritten und letzten Händel-Talk des Jahres 2019 dreht sich, natürlich, wieder alles um die Musik – dieses Mal jedoch mit einem ganz besonderen Akzent: dem wohl wichtigsten Sinn für alle Musikliebhaberinnen und -liebhaber, dem Hörsinn. Prof. Dr. Tobias Moser und der Geschäftsführende Intendant der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen, Tobias Wolff, werden am Montag, dem 6. Mai 2019, ab 20: 00 Uhr über ein Projekt berichten, das sie mit „Die Musik und das Hören“ überschrieben haben. Prof. Moser ist Direktor des Instituts für Auditorische Neurowissenschaften an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), Sprecher des Exzellenzclusters „Multiscale Bioimaging: von molekularen Maschinen zu Netzwerken erregbarer Zellen“ und des sensorischen Sonderforschungsbereichs 889. Die zentrale Frage des Abends wird lauten: „Wie hören wir, wie hören wir Musik und wie hören Musiker*innen Musik?“ Dazu holen sich die beiden Moderatoren musikalische und wissenschaftliche Verstärkung in das Restaurant der UMG.

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April 25th, 2019, Pressemitteilung UMG
Was Musik-Machen mit Musik-Hören zu tun hat

Händel-Talk meets Kultur im Klinikum zu einem ganz besonderen Kooperationsprojekt.

Im dritten und letzten Händel-Talk des Jahres 2019 dreht sich, natürlich, wieder alles um die Musik – dieses Mal jedoch mit einem ganz besonderen Akzent: dem wohl wichtigsten Sinn für alle Musikliebhaberinnen und -liebhaber, dem Hörsinn. Prof. Dr. Tobias Moser und der Geschäftsführende Intendant der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen, Tobias Wolff, werden am Montag, dem 6. Mai 2019, ab 20: 00 Uhr über ein Projekt berichten, das sie mit „Die Musik und das Hören“ überschrieben haben.

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February 2nd, 2019, UMG Pressemitteilung
Gentherapie macht taube Mäuse hörend

Hörverlust kann bislang nur mit Prothesen, wie Hörgeräten oder Cochlea-Implantaten, behandelt werden. Eine neuartige Gentherapie könnte dies in bestimmten Fällen in der Zukunft überflüssig machen. Göttinger Forschern gelang es, bei tauben Mäusen ein fehlendes Gen mittels Viren in das Innenohr zu schleusen und damit das Hören wiederherzustellen. Veröffentlicht in der Fachzeitschrift „EMBO Molecular Medicine“.

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2018

November 29th, 2018, University Medical Center Göttingen
Die Sinne verstehen. Sonderforschungsbereich der UMG für weitere 4 Jahre gefördert.

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert sensorischen Sonderforschungsbereich (SFB 889) unter Sprecherfunktion der UMG mit über 9 Millionen Euro für weitere vier Jahre.

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November 23rd, 2018, Pressemitteilung MPIbpc
Sinnesforscher entschlüsseln das elementare Datenpaket der Informationsübertragung im Innenohr

Göttinger Wissenschaftler haben die fundamentale Frage der Informationsübertragung im Ohr mittels höchstauflösender Elektrophysiologie geklärt. Sie weisen damit eine einzigartige Effizienz beim Hören nach.

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November 23rd, 2018, University Medical Center Göttingen
Fundamentale Frage der Informationsübertragung im Ohr mittels höchstauflösender Elektrophysiologie geklärt

Sinnesforscher entschlüsseln das elementare Datenpaket der Informationsübertragung im Innenohr und weisen damit einzigartige Effizienz beim Hören nach. Publikation in der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS)“.

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September 27th, 2018, UMG Presseinformation Nr. 103
Exzellenzcluster für interdisziplinäre biomedizinische Forschung mit hochauflösenden Bildgebungsverfahren an der Universität Göttingen bewilligt

BMBF, DFG und der Wissenschaftsrat haben die Förderung des Göttinger Exzellenzclusters „Multiscale Bioimaging" bekannt gegeben. Der Exzellenzcluster erhält in den nächsten sieben Jahren eine Förderung von bis zu 56 Millionen Euro.

Sprecher des neuen Exzellenzclusters MBExC: Prof. Dr. Tobias Moser, Direktor Institut für Auditorische Neurowissenschaften, Universitätsmedizin Göttingen.

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July 12th, 2018, DPZ Aktuelles
Mit Licht gegen Taubheit

Forscher der Universitätsmedizin Göttingen und des DPZ lassen taube Wüstenrennmäuse mittels Lichtstimulation wieder hören

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July 11th, 2018, UMG Presseinformation Nr. 081
Taube Mäuse können mit optischem Cochlea Implantat wieder hören.

Wissenschaftler der UMG entwickeln optische Stimulation der Hörschnecke und demonstrieren Hörreaktion tauber Wüstenrennmäuse nach Gentherapie und Implantation eines optischen Cochlea Implantats. Veröffentlichung in Science Translational Medicine.

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May 15th, 2018, Pressemitteilung MPIbpc
Internationale Tagung zu molekularen Grundlagen des Hörens in Göttingen

Das 11. „Molecular Biology of Hearing and Deafness“ Symposium findet vom 16. bis 19. Mai 2018 in Göttingen und damit erstmals in Deutschland statt: Internationale Experten tauschen sich über die Molekularbiologie des Hörens aus.
Hörstörungen sind das häufigste sensorische Defizit beim Menschen, mit stetig steigender Fallzahl: Derzeit gibt es rund 360 Millionen versorgungspflichtige Schwerhörige weltweit. Viele Formen von Hörstörungen haben genetische Ursachen und diese aufzuklären ist ein schnell wachsendes, hochaktuelles Forschungsfeld.

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May 2nd, 2018, Pressemitteilung UMG
Fast channelrhodopsins for optogenetic hearing restoration

Future optical cochlear implants might help deaf people to better understand speech and appreciate music. A team of scientists from Frankfurt and Göttingen established ultrafast red-shifted channelrhodopsins that serve neural stimulation at high rates.

A team of scientists from the Frankfurt Max Planck Institutes for Biophysics and Brain Research and the Göttingen Campus (Institute for Auditory Neuroscience of the University Medical Center Göttingen, the German Primate Center Göttingen, and the Max Planck Institute for Experimental Medicine) have established ultrafast switching channelrhodopsins and applied them to optically stimulate rapidly spiking neurons of the brain and the ear to near their physiological limits. Some of these novel channelrhodopsin variants can be driven by long wavelength light, which avoids potential phototoxicity. The application of these channelrhodopsins marks an important breakthrough on the way towards developing the optical CI that might improve hearing restoration in the deaf.

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May 1st, 2018, Max-Planck-Gesellschaft
Schnelle Lichtkanäle befeuern das Hören

Mit optogenetischen Cochlea-Implantaten könnten taube Menschen möglicherweise eines Tages Musik hören

Künstliche Hörhilfen – sogenannte Cochlea-Implantate – stimulieren den Hörnerv mittels kleiner Elektroden und können so zumindest einen Teil des Hörvermögens wiederherstellen. Allerdings ist das Hörvermögen der Betroffenen mit diesen Cochlea-Implantaten durch die reduzierte Information über die Tonhöhen eingeschränkt. Eine Alternative zu den herkömmlichen Implantaten könnten in Zukunft optogenetische Implantate sein wie sie derzeit am Göttingen Campus entwickelt werden. Dabei müssen den Hörnervenzellen im Ohr „molekulare Lichtschalter“ – sogenannte Kanalrhodopsine – eingesetzt werden. Ein Forscherteam aus Wissenschaftlern vom Max-Planck-Institut für Biophysik in Frankfurt, des Göttingen Campus und des Frankfurter Max-Planck-Instituts für Hirnforschung hat Kanalrhodopsine mit besonders kurzen Öffnungszeiten entwickelt und diese in Nervenzellen des Gehirns und des Ohrs von Mäusen eingesetzt. Damit gelang es den Forschern, das Feuern von Nervenimpulsen in verschiedenen Nervenzelltypen mit roten Lichtpulsen bis nahe an das physiologische Limit der jeweiligen Zellen „zu treiben“. Die Kanäle werden mittels Genfähren gezielt in den Hörnerv des Ohrs eingebracht – eine wichtige Voraussetzung für die verbesserte Verarbeitung von Tonfrequenzen. Optogenetische Cochlea-Implantate könnten stark schwerhörigen Menschen damit eines Tages sogar den Genuss von Musik ermöglichen.

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Feb 09th, 2018, Photonic-Net
"Lichtsteuerung“ für Zellen: Projekt OptoGenTech am Photonik Inkubator Göttingen genehmigt

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat mit „OptoGenTech“ am Photonik Inkubator in Göttingen ein Projekt zur Entwicklung von implantierbaren Sonden für die optische Stimulation von Nervenzellen genehmigt, mit dem Ziel der Ausgründung einer eigenständigen Firma. Dafür stellt das BMBF ca. 1,4 Mio. € für eine Laufzeit von zwei Jahren aus seiner Förderlinie Photonik Forschung Deutschland bereit.

In OptoGenTech werden miniaturisierte Lichtquellen-Arrays entwickelt, die als implantierbare Sonden die technologische Umsetzung der Optogenetik am lebenden Organismus ermöglichen. Diese Sonden sollen, zunächst für die Anwendung in der Grundlagenforschung, als integraler Bestandteil von Systemen mit Elektronik zur Ansteuerung und Signalaufbereitung, Softwarepaket und Infrastruktur für Verhaltensexperimente auf den Markt gebracht werden. Die Ansteuerung wurde im Rahmen des vom Europäischen Forschungsrates geförderten „OptoHear“ Projekts entwickelt.

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Jan 26th, 2018, Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie, Pressemitteilungen
Die optische Vermessung der synaptischen Nano-Welt

Göttinger Wissenschaftler entwickeln höchstauflösende Messungen der Kalziumkonzentration und entschlüsseln die Zahl und Funktion von Kalziumkanälen an der Synapse.

Die elementaren Prozesse des Lebens finden in den Zellen unseres Körpers auf sehr kleinem Raum im Bereich zwischen Millionstel (Mikro) und Milliardstel (Nano) Metern statt. Ein Beispiel ist die Signalübertragung an Synapsen, den Kontaktstellen, über die Nervenzellen miteinander „sprechen“. Um diese Signale beobachten zu können, haben Wissenschaftler der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) sowie des Max-Planck-Instituts (MPI) für biophysikalische Chemie erstmals die von Chemie-Nobelpreisträger Prof. Dr. Stefan Hell, Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, und Kollegen entwickelte optische Nanoskopie für höchstauflösende Messungen der lokalen Kalziumkonzentration in Synapsen nutzbar gemacht. Die Ergebnisse wurden im Januar 2018 im renommierten Wissenschaftsjournal Nature Communications veröffentlicht.

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Jan 26th, 2018, CNMPB, Pressemitteilungen
Die optische Vermessung der synaptischen Nano-Welt

Durchbruch bei der Erforschung der Signalwege: Göttinger Wissenschaftler entwickeln höchstauflösende Messungen der Kalziumkonzentration und entschlüsseln die Zahl und Funktion von Kalziumkanälen an der Synapse.

Die elementaren Prozesse des Lebens finden in den Zellen unseres Körpers auf sehr kleinem Raum im Bereich zwischen Millionstel (Mikro) und Milliardstel (Nano) Metern statt. Ein Beispiel ist die Signalübertragung an Synapsen, den Kontaktstellen, über die Nervenzellen miteinander „sprechen“. Um diese Signale beobachten zu können, haben Wissenschaftler der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) sowie des Max-Planck-Instituts (MPI) für biophysikalische Chemie erstmals die von Chemie-Nobelpreisträger Prof. Dr. Stefan Hell, Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, und Kollegen entwickelte optische Nanoskopie für höchstauflösende Messungen der lokalen Kalziumkonzentration in Synapsen nutzbar gemacht. Die Ergebnisse wurden im Januar 2018 im renommierten Wissenschaftsjournal Nature Communications veröffentlicht.

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Jan 26th, 2018, UMG Presseinformation Nr. 014
Die optische Vermessung der synaptischen Nano-Welt

Durchbruch bei der Erforschung der Signalwege: Göttinger Wissenschaftler entwickeln höchstauflösende Messungen der Kalziumkonzentration und entschlüsseln die Zahl und Funktion von Kalziumkanälen an der Synapse.

Die elementaren Prozesse des Lebens finden in den Zellen unseres Körpers auf sehr kleinem Raum im Bereich zwischen Millionstel (Mikro) und Milliardstel (Nano) Metern statt. Ein Beispiel ist die Signalübertragung an Synapsen, den Kontaktstellen, über die Nervenzellen miteinander „sprechen“. Um diese Signale beobachten zu können, haben Wissenschaftler der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) sowie des Max-Planck-Instituts (MPI) für biophysikalische Chemie erstmals die von Chemie-Nobelpreisträger Prof. Dr. Stefan Hell, Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, und Kollegen entwickelte optische Nanoskopie für höchstauflösende Messungen der lokalen Kalziumkonzentration in Synapsen nutzbar gemacht. Die Ergebnisse wurden im Januar 2018 im renommierten Wissenschaftsjournal Nature Communications veröffentlicht.

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2017

Nov 30th, 2017, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Wissenschaftspreis Niedersachsen 2017

Neurowissenschaftler erhält Auszeichnung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur für seine Forschung zum menschlichen Gehör. Den Preis als herausragenden Wissenschaftler einer niedersächsischen Universität erhält Tobias Moser, Direktor des Instituts für Auditorische Neurowissenschaften an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Seine Forschungsarbeiten haben entscheidend zum Verständnis der grundlegenden Mechanismen des Hörens und der Schwerhörigkeit beigetragen. Er hat ein neues, aktives und neurobiologisch wie medizinisch gleichermaßen bedeutsames Forschungsfeld begründet.

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Nov 30th, 2017, Deutsches Primatenzentrum
Wissenschaftspreis für Tobias Moser

Der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler, hat am 30. November 2017 in Hannover acht Persönlichkeiten aus niedersächsischen Hochschulen mit dem Wissenschaftspreis Niedersachsen 2017 ausgezeichnet.Der Minister würdigte eine Professorin und einen Professor, eine Nachwuchswissenschaftlerin und fünf Studierende aus niedersächsischen Hochschulen. Der mit insgesamt 82.500 Euro dotierte Preis wurde zum elften Mal vergeben. Den mit 25.000 Euro dotierten Preis als herausragender Wissenschaftler einer niedersächsischen Universität erhält Prof. Dr. Tobias Moser. Er ist Professor für Auditorische Neurowissenschaften an der Stiftung Universität Göttingen - Universitätsmedizin Göttingen. Seine Forschungsarbeiten haben entscheidend zum Verständnis der grundlegenden Mechanismen des Hörens und der Schwerhörigkeit beigetragen. Er hat ein neues, aktives und neurobiologisch wie medizinisch gleichermaßen bedeutsames Forschungsfeld begründet.

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Nov 30th, 2017, Pressemitteilung UMG
Wissenschaftspreis Niedersachsen für gleich zwei Wissenschaftler der UMG und an Studenten der Universität Göttingen

Universitätsmedizin Göttingen und Georg-August-Universität können sich beim „Wissenschaftspreis Niedersachsen 2017“ über gleich drei Preisträger freuen.
Den Preis als herausragenden Wissenschaftler einer niedersächsischen Universität erhält Prof. Dr. Tobias Moser, Direktor des Instituts für Auditorische Neurowissenschaften an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Der Preis in der Kategorie „Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler“ geht an Dr. Marion Silies, ebenfalls Universitätsmedizin Göttingen (UMG).


June 28th, 2017, UMG Presseinformation 098
„Orchestrierung des Gehirns“: Zweiter Platz für Doktorandin der UMG beim Science Slam der Coimbra-Gruppe in Edinburgh

© Photo: privat

Drei Minuten sprach die Göttinger Doktorandin Tanvi Butola über „The orchestration of the brain“ – in dieser Zeit stellte sie anschaulich die Kernpunkte ihrer Dissertation an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) vor. Butola belegte den zweiten Platz in der „Three-Minute-Thesis-Competition“, dem Science Slam auf der Jahrestagung des europaweiten Hochschulnetzwerks Coimbra-Gruppe in Edinburgh am 9. Juni 2017. Mit der Platzierung ist ein Preisgeld von 2.000 Euro verbunden.


May 23rd, 2017, UMG Presseinformation Nr. 080
Prof. Tobias Moser erhält Ernst Jung-Preis für Medizin 2017

Ernst-Jung-Preis für Medizin in Hamburg verliehen: Jung-Stiftung für Wissenschaft u. Forschung zeichnet Hörforscher der Universitätsmedizin Göttingen für seine bahnbrechenden Arbeiten zur Signalübertragung im Innenohr und innovativen Therapie-Konzepte aus


January 6th, 2017, Pressemitteilung UMG
Prof. Tobias Moser erhält Ernst Jung-Preis für Medizin 2017

Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung zeichnet Hörforscher der Universitätsmedizin Göttingen für seine bahnbrechenden Arbeiten zur Signalübertragung im Innenohr und seine innovativen Therapie-Konzepte zur Behandlung von Schwerhörigkeit aus.


January, 2017, Jung-Stiftung
Preisträger 2017 Professor Tobias Moser und Professor Nenad Ban

Die in der Medizinwelt hoch angesehene Auszeichnung geht an den Göttinger Neurowissenschaftler Professor Dr. med. Tobias Moser für seine bahnbrechenden Arbeiten zur Signalübertragung im Innenohr und seine innovativen Therapie-Konzepte zur Behandlung von Schwerhörigkeit sowie an den Züricher Strukturbiologen Professor Nenad Ban, PhD, für seine richtungweisenden Forschungsergebnisse zur Struktur und Funktion eukaryotischer Ribosomen. Die hochkarätigen Wissenschaftler haben beide bedeutende Vorarbeit für die weitere anwendungsbezogene Erforschung ihres jeweiligen Fachgebiets geleistet und teilen sich die beachtliche Preissumme in Höhe von 300.000 Euro zu gleichen Teilen.

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January 6th, 2017, Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie
Prof. Tobias Moser erhält Ernst Jung-Preis für Medizin 2017

Hamburg, 6. Januar 2017. Der Göttinger Hörforscher Tobias Moser wird mit dem diesjährigen Ernst Jung-Preis für Medizin ausgezeichnet. Mit diesem Preis ehrt die Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung den Neurowissenschaftler für seine bahnbrechenden Arbeiten zur Signalübertragung im Innenohr und seine innovativen Therapie-Konzepte zur Behandlung von Schwerhörigkeit. Den mit 300.000 Euro dotierten Preis teilt sich Moser mit dem Züricher Strukturbiologen Nenad Ban. Die feierliche Verleihung der Auszeichnungen findet am 19. Mai 2017 in Hamburg statt.

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January 6th, 2017, Deutsches Primatenzentrum
Tobias Moser erhält Ernst Jung-Preis für Medizin 2017

Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung zeichnet den Göttinger Hörforscher für seine bahnbrechenden Arbeiten zur Signalübertragung im Innenohr und seine innovativen Therapie-Konzepte zur Behandlung von Schwerhörigkeit aus.

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January 6th, 2017, Biermann Medizin
Prozesse verstehen, um heilen zu können
Ernst Jung-Preis für Medizin an Prof. Tobias Moser

Gemeinsam mit den anderen Auszeichnungen werden vier Forschende aus den Gebieten der Auditorischen Neurowissenschaften, der Strukturbiologie, der Zellulären Mikrobiologie sowie der Viszeralchirurgie mit einer Gesamtpreissumme von 540.000 Euro geehrt und gefördert. Der mit 300.000 Euro dotierte Ernst Jung-Preis für Medizin geht an Prof. Tobias Moser (48) sowie an Prof. Nenad Ban (50) und damit an zwei Forscher unterschiedlicher Fachrichtungen: Tobias Moser ist Institutsleiter und Professor am Institut für Auditorische Neurowissenschaften der Universitätsmedizin Göttingen und Leiter weiterer Arbeitsgruppen auf dem Gebiet. Der Neurowissenschaftler leistet Pionierarbeit zu den Mechanismen der Signalverarbeitung bei Hören und Schwerhörigkeit und entwickelt neue Therapieansätze.

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2016

December 22nd, 2016, Pressemitteilung UMG
Zu wenig Otoferlin macht das Hören „müde“ – auch bei Sport und bei Fieber

Der menschlichen Schwerhörigkeit auf der Spur: Göttinger Hörforscher im Sonderforschungsbereich 889 identifizieren Ursache menschlicher Schwerhörigkeit. Zwei Publikationen in der Fachzeitschrift „EMBO Journal“.


July 29th, 2016, Pressemitteilung UMG
Wie biologische Vielfalt das Ohr fit macht

Göttinger Hörforschung mit neuen Erkenntnissen: Das Ohr setzt Synapsen mit verschiedenen Eigenschaften ein, um unterschiedlich lauten Schall zu verarbeiten. Forschungsergebnisse veröffentlicht in der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“


July 2nd, 2016, Federation of European Neuroscientists
Light Therapy to Restore Hearing and Sight

Light therapy is a promising new technique that could improve the quality of cochlear implants for deaf people. The technology, pioneered by a team of scientists in Germany delivers a stimulus to the auditory nerve inside the inner ear, the cochlea. There is some evidence from studies in rodents that light can be heard.
Optogenetics is a combination of genetics, optics, and virology which uses light to turn brain cell groups on and off. Professor Tobias Moser at the University Medical Center Göttingen in Germany leads an international research group to develop the optical stimulation of the inner ear.
The electrical cochlear implants enable speech comprehension in more than 450,000 hearing-impaired people around the world. However, the unfocused spread of electrical stimulation from each electrode limits how well a person can hear - and this is a major drawback. The more accurately in space the nerve is stimulated, the better the sound. “We have been looking for a way to improve the transmission of frequency and intensity of the sounds to the auditory nerve. Optogenetics seemed to offer a possible solution,” he said today (2 July) at FENS 2016 in Copenhagen.
How can light activate hearing? The researchers modified cells in the inner ear of rodents (usually mice, but also rats and gerbils) with harmless viruses to make them respond to light. The genes produce light-sensitive ion channels on the membranes of the auditory nerves and when LED light is directed onto these neurons and their activity was recorded, they found that rodents reacted to the light similarly as to sound. Rodents with ion channels that endowed neurons with greater light-sensitivity required a reduced amount of light to stimulate hearing. Spatially-confined optical stimulation achieved better frequency coding than the electrical cochlear implant currently available.
Professor Moser explained, “Think of the cochlea as a spiral staircase where each step is like a key on the piano which turns on its neurons that are housed in the stair well. We are very good at discriminating tone frequencies, because the travelling wave is sharply tuned, so for soft tones only one key is pressed. In the cochlear implant, the spread of current from each electrode contact is so massive that it activates many steps – the keys - at a time. By delivering the optical stimulus more accurately in space we hope to be able to activate individual keys nearly as well as in acoustic hearing.”
Approximately five percent of the world’s population suffer from impaired hearing which can lead to social isolation, depression and a reduced capacity to work. Although this technology is some years away from clinical trials in people, researchers could work towards a gene therapy that enables the auditory nerves to respond to LED light embedded in a cochlear implant.
Much more research needs to be carried out before clinical trials in people begin. “Optogenetic stimulation of the cochlea restored hearing in deaf mice. Our research strongly suggests that optical cochlear implants could be developed. The study demonstrates a strategy for optogenetic stimulation of the auditory pathway in rodents and lays the groundwork for future applications of cochlear optogenetics in auditory research and devices to help deaf people hear again”, said Professor Moser.
(...)

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May 23rd, 2016, Pressemitteilung UMG
Verlorene Körperfunktion wiederherstellen

Symposium mit internationalen Spitzenforschern „Restoration of Sensory and Motor Function” in Göttingen. Donnerstag, 26. Mai 2016, und Freitag, 27. Mai 2016, Universitätsklinikum Göttingen, Hörsaal 552. (umg) Rund 100 internationale Wissenschaftler, die auf dem Gebiet der Wiederherstellung sensorischer und motorischer Funktion forschen, treffen sich vom 26. bis 27. Mai 2016 in Göttingen zum „Restoration of Sensory and Motor Function Symposium 2016“. Ziel der Veranstaltung ist der Austausch von Erfahrungen zwischen den Wissenschaftlern. Herausragende neurowissenschaftliche Experten sowie Nachwuchsforscher spannen den Bogen zu folgenden Themen: molekulare Therapien, wie z.B. die Regeneration sensorischer Zellen mit Hilfe von Viren oder die optogenetische Wiederherstellung des Seh- und Hörvermögens, über sensorische bis hin zu motorischen Prothesen..


2015

October 9th, 2015, Presseinformation Nr. 169 UMG
Indefatigable Hearing“ – a molecular clearance mechanism enables synapses to continuously release transmitter

Auditory neuroscientists discover bottleneck of information flow in the ear and pave the way for gene therapy of deafness. Publication in „EMBO Journal“

Disabling hearing impairment (HI) affects 360 million people worldwide, and prevalence increases with age. So far, no causal treatment is available for its most common form, sensorineural HI. Göttingen and Berlin scientists have achieved a major advance in our understanding of hearing as well as an important step towards developing gene therapy of deafness. Their study showed that the endocytic adaptor protein 2µ is required for hearing by fueling vesicle reloading of the release site for indefatigable synaptic transmission. Without AP-2, which inter-acts with the deafness protein otoferlin, a kind of traffic jam occurs at the release sites, suggesting that AP-2 and Otoferlin teamwork in clearing exocytosed material from the release site. Using virus-mediated transfer of the intact AP-2µ DNA into sensory inner hair cells, the scientist could restore normal synaptic function and hearing.


July 31st, 2015, Max Planck Institute for Biophysical Chemistry
Erfolgreicher Brückenschlag – Hörforscher Tobias Moser wird Max Planck Fellow

Tobias Moser, Direktor des Instituts für Auditorische Neurowissenschaften der Universitätsmedizin Göttingen, ist zum Max Planck Fellow am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie (MPI-BPC) berufen worden. Auf gemeinsamen Vorschlag des MPI-BPC und des Max-Planck-Instituts für Experimentelle Medizin (MPI-EM) erhält der Wissenschaftler mit dieser Auszeichnung Mittel und Infrastruktur für eine zusätzliche Arbeitsgruppe. Sein Fellowship wird Tobias Moser zum 1. Januar 2016 an beiden MPI antreten.

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March 5th, 2015, German Primate Center
Mit Weißbüschelaffen gegen Taubheit

Leibnizpreisträger Prof. Tobias Moser, Neurowissenschaftler und Ohrenarzt, erläutert seine preisträchtige Forschung und warum er zur Entwicklung von besseren Cochlea-Implantaten auf Forschung mit Weißbüschelaffen angewiesen ist.

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February 24th, 2015, Max-Plank-Institut für Dynamik und Selbstorganisation
Biologische Datenübertragung: energieeffizient durch kurze Wege

Die Haarzellen des Innenohres übersetzen feinste Vibrationen in Nervenimpulse. Damit gehören sie zu den Zellen des menschlichen Körpers, die zu Höchstleistungen in der Lage sind. Durch genau aufeinander abgestimmte biophysikalische Prozesse gelingt es ihnen, akustische Signale in elektrische Impulse zu übersetzen, die dann ins Gehirn „gefunkt“ werden. Um das Gehirn jederzeit auf dem Laufenden zu halten, sind sie in der Lage im Millisekunden Takt Botenstoffe freizusetzen.Mit bisher unerreichter Präzision haben jetzt Wissenschaftler der Universitätsmedizin Göttingen sowie des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation untersucht, wie kurz die Wege tatsächlich sind, über die sich der wichtige Botenstoff Calcium innerhalb der Zelle ausbreitet und wie genau dieser Botenstoff dabei auf Kurs gehalten wird. Durch kurze Wege wird die Energieeffizienz der Zellen maximiert. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher heute in der amerikanischen Fachzeitschrift PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences of The United States of America).

Auf kurzen Wegen durch die Zelle
Sinnes- und Nervenzellen übertragen Informationen durch spezialisierte Zellkontakte, sogenannte Synapsen. Die Synapsen übertragen Informationen, in dem sie, in winzigen Bläschen (Vesikel) gespeicherte Botenstoffe, freisetzen. Die Anweisung zur Freisetzung der Botenstoffe gibt die Zelle mit Hilfe von Calciumionen. In der Zellmembran der „sendenden“ Zelle befinden sich molekulare „Poren“, sogenannte Ionenkanäle,  die die Erregung der Zelle registrieren und ab einem bestimmten Niveau Calciumionen in die Zelle einfließen lassen. In Haarzellen bilden diese Poren die entscheidende Übersetzungsmaschine zwischen den akustischen Signalen und den Nervenimpulsen, die ans Gehirn gesendet werden.
Um ihren Auftrag der Signalübertragung zu erfüllen, müssen die Calciumionen zügig ihre Empfängerstation auf dem Vesikel erreichen. Dieser molekulare Sensor befindet sich nach den Berechnungen der Max-Planck-Forscher weniger als 20 Nanometer (ca. 200 Atomdurchmesser) von der Eintrittsstelle der Ionen in die Zelle entfernt. Es ist physikalisch unvermeidlich, dass sich viele der Ionen als Irrläufer in die falsche Richtung bewegen oder über das Ziel hinausschießen. Ohne weitere Vorsichtsmaßnahmen würden diese fehlgeleiteten Ionen außerhalb der Kontaktstellen die wirkungslose Freisetzung von Botenstoffen auslösen. Weil nach jeder Freisetzung Vesikel und Botenstoffe aufwändig recycelt werden müssen, wäre eine solche Freisetzung am falschen Ort für die Zelle eine erhebliche Energieverschwendung.
Die neuen Ergebnisse der Göttinger Forscher zeigen, dass die Haarzellen im Innenohr spezielle Eiweiße, sogenannte Calciumpuffereiweiße, verwenden, um „fehlgeleitete“ Ionen einzufangen. Mit Hilfe einer großen Konzentration von drei verschiedenen Calciumpufferproteinen minimieren die Zellen ihren Energieaufwand, vermeiden somit Energieverschwendung. 

Zusammenspiel experimenteller und computergestützter Zellforschung
Um herauszuarbeiten was in der Haarzelle des Ohres bei der Freisetzung der Botenstoffe genau passiert, hat das Göttinger Forscherteam um die Professoren Moser und Wolf genetische, zellbiologische und computergestützte Methoden zusammengeführt.
Ermöglicht wurden die Arbeiten durch eine von Prof. Beat Schwaller entwickelte Triple-Knock-Out Maus, in der alle wesentlichen Calciumpufferproteine der Haarzellen genetisch entfernt wurden. Mit ihrer Hilfe  konnten die UMG-Forscherinnen Tina Pangrsic und Nicola Strenzke erstmals untersuchen, wie sich die Freisetzung der Botenstoffe und die neuronale Kodierung bei Abwesenheit der Calciumpuffer verändern. „Durch Messungen der Botenstoff-Freisetzung der Zelle stellen wir fest, dass bei der Triple-Knock-Out-Maus viel mehr der Vesikel freigesetzt werden.“ sagt Tina Pangrsic. Das konnten die Forscher mit einer von Erwin Neher in Göttingen entwickelten präzisen Messungen an der Zelloberfläche nachweisen, die sich mit jeden freigesetzten Vesikel um ein winziges Flächenstück vergrößert. „In den Hörnervenzellen war diese zusätzliche Freisetzung jedoch nicht nachweisbar, sie verhielten sich völlig normal.“ ergänzt Nicola Strenzke. „Im Inneren der Haarzelle wird also eine unnötig große Maschinerie in Gang gesetzt und Botenstoff auch außerhalb der Synapsen freigesetzt.“
Die beiden Max-Planck-Forscher Mantas Gabrielaitis und Prof. Fred Wolf haben ein Computermodell entwickelt, das die Bewegungen der Calciumionen und die Rolle der Calcium bindenden Eiweiße mathematisch berechnet. „Wir wollten wissen, was die Haarzelle macht, um die Anweisung zur Freisetzung von Botenstoffen in der Zelle auf die richtige Stelle zu konzentrieren.“, erklärt Mantas Gabrielaitis. „Wir haben herausgefunden, dass die Calcium bindenden Eiweiße der Haarzelle helfen, das Calcium-Signal auf die Synapse zu fokussieren und so Schallinformation mit minimalem Energieeinsatz weiterzugeben.“
Mit dem Ergebnis ihrer Grundlagenforschung lässt sich jetzt grundsätzlich besser verstehen, wie die entscheidenden Sinneszellen des Hörsinnes „Höchstleistungen erbringen ohne Energie zu verschwenden.“,  betonen die Göttinger Wissenschaftler Moser und Wolf.

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